Sonntag, 25. März 2012

Von Melbourne nach Melbourne

Hallo liebe Blog-Leser!
Endlich hab ich mir Zeit genommen, um etwas Neues aus der südlichen Hemisphäre zu berichten. Wie im letzten Foto des vorigen Blogeintrags schon hingewiesen, haben wir eine kleine Reise unternommen.  Estephany und ich sind zwischen Weihnachten und Neujahr mit einem gemieteten Campervan von Melbourne nach Melbourne gefahren. Klingt nicht besonders weit, aber man kann auch eine 1800km lange Rundreise von Melbourne nach Melbourne machen, wenn man will.
Der wahre Grund fuer unsere Reise war das "Bergweh", deshalb wollten wir, als Höhepunkt unserer Reise, den Höhepunkt von Australien, sprich den höchsten Berg von Australien besteigen. Dieser nennt sich Mount Kosciuszko, und ist 2228m hoch. Der Name klingt nicht wirklich australisch, ist er auch nicht... er ist polnisch. Der Gipfel wurde so vom Erstbesteiger, einem Polen namens Paul Edmund Strzelecki (kein Rechtschreibfehler, der Nachname ist ein wahrer Zungenbrecher) benannt. Ob Mount Kosciuszko oder Mount Strzelecki..... ist auch schon Wurscht, beide kann man kaum aussprechen, ohne dass die Zunge steckenbleibt.

Also nun zuerst einmal der ca. 1800km lange Verlauf unserer Reiseroute, der uns auch durch den östlich von Victoria gelegenen Bundesstaat namens New South Wales führte.

Unsere Route
Tag 1: Von Melbourne (I) nach Tidal River (B) im Wilson's Promontory National Park

Am Vormittag starteten wir, nachdem wir uns mit Camping-Sesseln ausgestattet hatten, vorbei an einer Kreuzung mit roter Ampel Richtung Tidal River. Dies ist eine kleine "Ortschaft", eigentlich nur ein Visitor Center mit Campingplatz im wunderbaren Wilson's Promontory National Park, ca. 3h südöstlich von Melbourne. Aja, die rote Ampel. Davon hab ich selbst erst kürzlich erfahren, als ein Strafzettel hereinflatterte. Anscheinend hab ich ein rotes Lichterl übersehen.... das teuerste rote Lichterl das ich je gesehen bzw. nicht gesehen habe. 305 Australische Dollar, plus 60 AUD Bearbeitungsgebühr seitens des Campervan-Verleihs. Denn die Arsc?+#$%@ mussten natürlich meinen Namen und die Adresse an die Behörden weiterleiten, damit mir der Strafzettel zugestellt werden konnte. In Summe also 365 AUD (so eine schöne Zahl), d.h. jeden Tag im Jahr muss ich nun 1 AUD sparen, dann hab ich die Strafe auch schon abbezahlt. Zusätzlich zur Strafe sammelt man hier in Australien auch Punkte, d.h. ich habe nun 3 von maximal 12 Punkten. Bin schon gespannt, wie lange der Stand so bleibt ;-)
So, genug abgeschweift und geärgert, wir sind also nach Tidal River gefahren, um dort am Meer zu campieren.... hier die Bilder.

Aussichtspunkt

"Spanner"-Blick auf den Squeaky Beach

Squeaky Beach, Nomen est omen.... hier quietsch nämlich der Sand
aufgrund des hohen Quarzgehaltes ;-)

Schau, a Vogerl mit an blauen Gsichterl

Sonnenuntergang in Tidal River

Vogerl geht spazieren
Ein Gast beim Frühstück

Unser Campervan
Am Abend gabs Hendl, direkt aus der Bordküche
von unserem Raumschiff (Spaceship)


Tag 2: Von Tidal River (B) via Lakes Entrance nach Bemm River (C)

Nach einer erholsamen Nacht in unserem Raumschiff machten wir uns zeitig auf den Weg Richtung Osten. Wir machten eine kurzen Zwischenstopp in Lakes Entrance, um dort fuer den heiligen Abend einzukaufen (es war ja Weihnachten, da wollten wir was Gutes essen). Weihnachten 2011 war Steak angesagt. Mit vollen Taschen fuhren wir weiter, bis wir (ungeplant) nach rechts, Richtung Meer abbiegten. Das Schild gefiel mir irgendwie, und ein Camping-Symbol war auch drauf. Nach ca. 30 min Fahrt durch einen menschenleeren Wald (und Viecher haben wir auch keine gesehen), auf einer verwinkelten Strasse (a la Horrorfilm) erreichten wir ein kleines (verschlafenes) Nest namens Bemm River. Viel gabs dort nicht, ausser einem Gasthaus, in dem sich das ganze Dorf sowie die Fischer trafen, um bei ein (oder der Lautstärke nach, eher mehreren) Bierchen den Tag ausklingen zu lassen. Das Wetter war nicht so berauschend, aber zum Glück blieb es trocken. Die Wetterprognose schaute nämlich schlechter aus. Meteorologen scheinen weltweit nicht viel Glück beim "Wetterraten" zu haben ;-)
Zu unserem Erfreuen gab es in Bemm River einen öffentlichen, überdachten Grillplatz, wo wir dann auch unser Weihnachtsgericht zubereiteten, und mit einer Flasche Wein auf Weinachten, ah, ich meinte natürlich Weihnachten anstossten.

Der australische Weihnachtsmann hat einen tollen Schlitten 
Beim Kochen in Bemm River

Heiliger Abend 
Abendstimmung in Bemm River

Einsamer Schwan



Tag 3: Von Bemm River (C) via Eden (D) nach Cooma (E)

Am Tag 3 unserer Reise überquerten wir die Grenze zu New South Wales. Unser erster Stopp war das wunderschöne Eden. Den Namen trägt es vollkommen zurecht. Der Strand ist wunderschön dort, paradiesisch. Und da wir genug Zeit hatten, verbrachten wir den Vormittag in der Sonne am Strand.
Um die Mittagszeit kamen dann Gewitterwolken auf, und wir machten uns auf den Weg zum Campingplatz nach Cooma, der ein ausgesprochener Glücksgriff war. Sehr schön, sauber und (last but not least) günstig. Zum Abendessen konnten wir auch noch einige Kängurus rund um unseren Campervan beim Fressen beobachten. 100% Australien.

Grenze Victoria / New South Wales 
Strand bei Eden

Kängurus am Campingplatz in Cooma


Tag 4: Von Cooma (E) nach Jindabyne (F)


Jindabyne liegt am Fusse des Mount Kosciuszko National Park, in dem auch der höchste Gipfel von Australien liegt. Eigentlich wollten wir an diesem Tag den Gipfel besteigen, aber es regnete Hunde und schneite Katzen (ich glaub, das Sprichwort lautet so, oder???). Es war neblig und windig, deshalb entschieden wir uns für eine kleinere Rundwanderung weiter östlich, wo das Wetter etwas besser war. Zwar nicht wirklich sonnig, aber trocken. Die Gipfelbesteigung verschoben wir deshalb auf den nächsten Tag.

Unterwegs nach Jindabyne
Richtung Charlotte Pass, dem Ausgangspunkt der
eigentlichen Wanderung (so ein Sauwetter) 
Im Hintergrund die in Wolken verhüllten Gipfel 
Am Ziel unserer Alternativwanderung 
Hochgebirgsgummibaum (schaut aus wie im Märchenwald)

Am Abend sah es dann schon etwas besser am Charlotte Pass aus 
Estephany im Gebüsch


Tag 5: Mount Kosciuszko Gifpfelbesteigung, besser gesagt Gipfelbegehung ;-)

Petrus meinte es gut mit uns, es war ein wunderbarer Sommertag, das Wetter stabil, und so machten wir uns auf den Weg, um den 2228m und somit höchsten Punkt Australiens zu besteigen. Es ist eher gesagt ein langer Spaziergang (ca. 19km hin und zurück), aber es fühlt sich gut an, von etwas "gebirgsähnlichem" umgeben zu sein.
Da es so ein schöner Tag war (und auch Wochenende), waren wir nicht die einzigen am Gipfel.

Sogar Schnee lag noch (es gibt in der Nähe auch ein Skigebiet, ja man kann auch schifahren in Australien)
Knapp unterhalb des Gipfels 
Am Gipfel... dem Tiroler fehlt natürlich das Gipfelkreuz 
Es blüht am Snowy River 
Meine Gams, die Estephany ;-)

Tag 6 und Tag 7: Heimreise, von Jindabyne (F) via Lake Hume (G) ins Yarra Valley (H), wo wir übernachteten, und am darauffolgenden Tag nach Melbourne (I)

Voller Stolz auf unseren ersten australischen Gipfelsieg machten wir uns am nächsten Tag Richtung Westen. Wir fuhren durch Thredbo, einem sehr bekannten Skigebiet in Australien, weiter vorbei am Lake Hume und Lima (ja, es gibt auch ein Lima in Australien) bis ins Yarra Valley. Letzteres ist für den guten Wein bekannt. Am darauffolgenden Tag ging es dann zurueck nach Melbourne, um den Campervan wieder abzugeben. Die Zeit ist viel zu schnell vergangen, wie immer im Urlaub. Wir hoffen, eine ähnliche Reise bald wiederholen zu können.....


Kurvig geht es hier zu. Man muss sich das so vorstellen,
als ob man von Kundl nach Innsbruck nur Kurven fahren würde ;-)

Kängurus in der Dämmerung

Tephy und die Känguru-Familie 
Pause am Lake Hume 
Estephany in ihrer australischen Heimat 
Der letzte Campingplatz unserer Reise 
Abendstimmung 
Durch den Urwald zurück nach Melbourne

ENDE

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